Ein großer Fortschritt im Haushalt
Ein Eisschrank ist ein Vorläufer des Kühlschranks. Er verbraucht keinen Strom, denn die Kühlung erfolgt durch Eis. Im Grunde ist er ein einfacher Schrank mit zwei Fächern. In das obere wurden Eisstücke oder Stangeneis eingelegt, in dem zweiten darunter wurden die Lebensmittel aufbewahrt. Trotz guter Isolierung taute das Eis im Eisfach langsam ab. Das Schmelzwasser floss über eine Röhre in eine Wanne am Boden des Schrankes, aus der es mit einem Hahn abgelassen werden konnte.

Unser „Eisfink“ stammt aus den 1930er Jahren, einer Zeit als das Stangeneis vom sogenannten Eismann geliefert wurde, der große Mengen Eis in einem Kühlhaus oder Eiskeller aufbewahrte. Das Eis vom Winter wurde dort für den Sommer eingelagert und dann an die Haushalte und Geschäfte verteilt. Noch bis vor 50 Jahren wurde Stangeneis in Restaurants zur Getränkekühlung benutzt.
Heute gibt es keine Eiskeller mehr, und unter Eismann versteht man jetzt den Speiseeisverkäufer. /rt
Der Eismann war noch bis in die 50er Jahre so normal, dass kaum jemand auf die Idee kam, diesen auf Bildern oder im Film festzuhalten. Hier ein Fund aus dem Bundesarchiv: Auch in der Großstadt (West-)Berlin gab es nach dem Krieg noch Eismänner. Dort gibt es übrigens auch noch einen Ortsteil namens „Eiskeller“. Bei uns auf den Dörfern sind die Eiskeller mittlerweile aus dem Ortsbild verschwunden.


