Januar 2026: Rarität des Monats

(c) Altertrümmer / Rainer Tempel



Entrahmerschüssel


Will man Butter selbst herstellen, braucht man Rahm. Früher holte man Frischmilch beim Bauern, wenn man nicht selbst eine Kuh hatte. Das war natürliche Vollmilch, also mit dem vollen Rahmanteil. Der schwankt je nach Haltung, Rasse und Witterung und liegt zwischen 3,8 und 4,5 %. Kauft man Vollmilch im Handel, ist der natürliche Fettgehalt meist so eingestellt, dass er mindestens 3,5 % beträgt, denn die Milch wird erst entrahmt und durch die Zugabe von entzogenem Rahm auf 3,5 % eingestellt. Bei nicht-homogenisierter Milch kann sich der Rahm als Schicht oben absetzen, während bei homogenisierter Milch der Rahmanteil gleichmäßiger verteilt ist und auch so bleibt.

Milch entrahmt am einfachsten mit einer Zentrifuge. Wer aber diese relativ teure Maschine nicht besitzt, hat relativ einfache Möglichkeiten, von denen der Gebrauch einer Entrahmerschüssel vielleicht die einfachste ist:

  • Natürliche, unbehandelte Vollmilch in die Entrahmerschüssel füllen,
  • Über Nacht (im Kühlschrank) stehen lassen.
  • Der Rahm setzt sich als Schicht oben ab.
  • Am nächsten Tag, den Verschluss vom Auslauf der Entrahmungsschüssel nehmen und die entrahmte Milch ablassen.
  • Den Rahm zu weiteren Verwendung aus der Schüssel nehmen.

Entrahmungsschüsseln kann man scheinbar nicht mehr kaufen – es gibt sie nicht mehr.
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Buttermachen war eine ziemliche Arbeit. Außerdem brauchte man, um genug Rahm zu haben, Unmengen von Milch. Deshalb war Butter immer teuer und früher konnten sich nicht alle Butter aufs Brot schmieren. Das schwäbische Bauernhofmuseum in Illerbeuren hat ein Video ins Netz gestellt, auf dem die Arbeit zu sehen ist. Der Rahm ist dort allerdings schon von der Butter getrennt.


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Der Bayerische Rundfunk hat zu dem Thema auch ein längeres Video in der Mediathek:

    Alle Raritäten, auch die bisher schon gezeigten, findet Ihr hier!

    Dezember 2025: Rarität des Monats


    Bindemäher Fella Pony


    Unser Bindemäher stammt aus den Jahr 1942. Bindemäher oder Mähbinder sind zwei Bezeichnungen für die gleiche Maschine, die Getreide mäht und es gleichzeitig in Garben bindet. Um sie zu ziehen, brauchte man früher zwei Pferde oder Ochsen oder einen Traktor. Der Bindemäher wurde zwar schon 1872 in den USA erfunden, war aber bei uns vor allem erst nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre verbreitet. Heute hat man Mähdrescher, die, wie der Name es sagt, das Getreide mähen und gleichzeitig dreschen. Vor der Erfindung der Mähdrescher wurde mit Dreschflegeln gedroschen, die dann von Dreschmaschinen abgelöst wurden. Für Dreschflegel wie für Dreschmaschinen, brauchte man das Getreide in Bündeln, in Garben.
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    Unsere Maschine, die wir hier im Bild zeigen, wurde von der Fa. Fella in Feucht bei Nürnberg hergestellt. Dieser Hersteller wurde 2022 an den AGCO-Konzern verkauft und produziert heute nur noch unter den Marken Fendt und Massys-Ferguson . Auch andere Firmen wie z.B. Lanz in Mannheim stellten solche Geräte her. Das Video unten zeigt exemplarisch den Einsatz eines Lanz-Bindemähers im Schwäbischen.


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    Alle Raritäten des Jahres 2025

    • Januar 25: Rarität des Monats
      Der Mausbohrer ist ein Erdbohrer und sieht aus, als ob man das Blatt eines alten Spatens rundgebogen hätte. In der Südpfalz wer er tatsächlich noch lang im Einsatz – mehr hier
    • Februar 25: Rarität des Monats
      Die Schrotleiter hat wenig mit dem zu tun, das aus der Flinte verschossen wird – wozu sie gebraucht wurde, lest Ihr hier
    • März 25: Rarität des Monats
      Das Sesel ist eines der ältesten bekannten Werkzeuge und bei manchen sogar immer noch in Gebrauch. Mehr hier
    • April 25: Rarität des Monats
      Nein, die Rösser wurden nicht gezupft – allerdings hatten sie Ihr Haar schon abgegeben, bis diese Maschine zum Einsatz kam
    • Mai 25: Rarität des Monats
      Dieser Generator braucht weder Diesel noch Benzin – das Kernstück ist die Dampfmaschine, die ihn antreibt
    • Juni 25: Rarität des Monats
      Das ist einer, der auf jeden Fall ohne Diesel, und fast ohne Benzin, auskommt – wir sind stolz auf dieser Rarität. Mehr zur Geschichte hier!
    • Juli 2025: Rarität des Monats
      Ja, der Bauer war früher musikalischer als heute… Was die Geige mit dem Klee zu tun hat, seht Ihr hier
    • August 2025: Die Rarität des Monats
      Wer kennt sich noch mit Simmer und Malter aus? Was es damit auf sich hat, seht Ihr hier
    • September 2025: Rarität der Monats
      Zugegeben: die Grumbeerhex hat auch einen hochdeutschen Namen – aber ehrlich: der pfälzische ist doch viel schöner! Das ist unsere Rarität des Monats Septemebr
    • Oktober 2025: Rarität des Monats
      Ziemlich beeinduckende Zähne hat unsere Rarität des Monats Oktober. Es handelt sich um einen Import aus Großbritannien – hierzulande war die Dragsaw kaum bekannt.
    • November 2025: Rarität des Monats
      Unsere Rarität des Monats November war bis weit ins 20. Jahrhundert noch ein normaler Anblick, nicht nur in der Pfalz. Er war Arbeitsutensil der Küfer, die nicht nur die Fässer für die Weingüter bauten, sondern kleineren Winzern auch Dienstleistungen anboten.
    • Dezember 2025: Rarität des Monats
      Das war schon eine Arbeitserleichterung: eine Maschine, die Sensen überflüssig machte und dann auch noch schöne Garben zusammenband. Erfunden natürlich zuerst für die Farmer der USA. Unsere Rarität im Dezember 2025

    November 2025: Rarität des Monats

    (c) Altertrümmer e.V. / Rainer Tempel

    Der Küferwagen

    Den Küferwagen bekamen die Altertrümmer vom Weingut Meyer aus Heuchelheim geschenkt. Der Wagen stammt ursprünglich aus Baden.

    Die Küfer stellten dort nicht nur Holzfässer und Zuber her, sondern bauten auch für die Winzer den Wein aus. Mit einem solchen von Hand gezogenen Wagen kamen die Küfer mit ihren Schläuchen, Pumpen und Weinhähnen zu den Winzerbetrieben, die selbst außer Traubenmühle und Kelter keine Gerätschaften hatten, und bauten dort den Wein aus.

    Mit der Gründung von Genossenschaften ging in Baden diese Ära zu Ende.

    In der Pfalz unterschied man schon lange zwischen Fassküfern und Weinküfern. Fassküfer gibt es heute allgemein nur noch sehr wenige, wenn auch durch das Aufkommen der Barriquefässer der Beruf wieder etwas Aufschwung nehmen konnte. Statt der Berufsbezeichnung „Weinküfer“ wird heute meist „Weintechnologe“ verwendet.

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    Oktober 2025: Rarität des Monats

    (c) Altertrümmer / Rainer Tempel

    Tele’s Dragsaw

    Eine Zugsäge (engl. Dragsaw) ist eine große Säbelsäge, die mit einem langen Sägeblatt dicke Baumstämme ablängt, also auf die gewünschte Länge bringt. In England, den USA und Kanada war dieser Sägentyp gebräuchlich, in Deutschland dagegen eher unbekannt. Unsere Säge ist ein englisches Fabrikat des Herstellers Tele aus London und stammt aus dem Jahr 1926. Tele’s Dragsaws wurden bis Anfang der 1950er Jahre nahezu unverändert gebaut. Angetrieben wird die Säge von einem 1-Zylinder-Benzinmotor mit Magnetzündung; sie muss also angekurbelt werden. Damit die Maschine nicht durch die Sägebewegungen nach hinten wegruckelt, werden die Räder quer gestellt.

    Der zu sägende Stamm muss fest, ohne zu wackeln, auf dem Boden liegen. Die Säge wird mit zwei starken eisernen Spießen und einer Kette mit Haken auf dem Stamm befestigt, bevor das Sägeblatt bei laufendem Motor auf den Stamm abgelassen wird.

    Ist der Baumstamm gekürzt und soll ein weiteres Stück abgesägt werden, müssen die Spieße und die Kette gelöst und die Säge auf den querstehenden Rädern ein entsprechendes Stück weiterbewegt werden

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    Alle Raritäten des Jahres 2025

    • Januar 25: Rarität des Monats
      Der Mausbohrer ist ein Erdbohrer und sieht aus, als ob man das Blatt eines alten Spatens rundgebogen hätte. In der Südpfalz wer er tatsächlich noch lang im Einsatz – mehr hier
    • Februar 25: Rarität des Monats
      Die Schrotleiter hat wenig mit dem zu tun, das aus der Flinte verschossen wird – wozu sie gebraucht wurde, lest Ihr hier
    • März 25: Rarität des Monats
      Das Sesel ist eines der ältesten bekannten Werkzeuge und bei manchen sogar immer noch in Gebrauch. Mehr hier
    • April 25: Rarität des Monats
      Nein, die Rösser wurden nicht gezupft – allerdings hatten sie Ihr Haar schon abgegeben, bis diese Maschine zum Einsatz kam
    • Mai 25: Rarität des Monats
      Dieser Generator braucht weder Diesel noch Benzin – das Kernstück ist die Dampfmaschine, die ihn antreibt
    • Juni 25: Rarität des Monats
      Das ist einer, der auf jeden Fall ohne Diesel, und fast ohne Benzin, auskommt – wir sind stolz auf dieser Rarität. Mehr zur Geschichte hier!
    • Juli 2025: Rarität des Monats
      Ja, der Bauer war früher musikalischer als heute… Was die Geige mit dem Klee zu tun hat, seht Ihr hier
    • August 2025: Die Rarität des Monats
      Wer kennt sich noch mit Simmer und Malter aus? Was es damit auf sich hat, seht Ihr hier
    • September 2025: Rarität der Monats
      Zugegeben: die Grumbeerhex hat auch einen hochdeutschen Namen – aber ehrlich: der pfälzische ist doch viel schöner! Das ist unsere Rarität des Monats Septemebr
    • Oktober 2025: Rarität des Monats
      Ziemlich beeinduckende Zähne hat unsere Rarität des Monats Oktober. Es handelt sich um einen Import aus Großbritannien – hierzulande war die Dragsaw kaum bekannt.
    • November 2025: Rarität des Monats
      Unsere Rarität des Monats November war bis weit ins 20. Jahrhundert noch ein normaler Anblick, nicht nur in der Pfalz. Er war Arbeitsutensil der Küfer, die nicht nur die Fässer für die Weingüter bauten, sondern kleineren Winzern auch Dienstleistungen anboten.
    • Dezember 2025: Rarität des Monats
      Das war schon eine Arbeitserleichterung: eine Maschine, die Sensen überflüssig machte und dann auch noch schöne Garben zusammenband. Erfunden natürlich zuerst für die Farmer der USA. Unsere Rarität im Dezember 2025

    September 2025: Rarität der Monats

    Der Fünfstab-Kartoffelschleuderroder

    Fabrikat Luthringia, gebaut in Kaiserslautern in den 1920er Jahren

    Viele Leute halten diese Maschine wegen der beweglichen Gabeln für einen Heuwender, aber es ist eine „Grumbeerhex“, wie das Ding auf Pfälzisch heißt.

    Ursprünglich von einem Pferd oder einem anderen Zugtier gezogen, in späteren Jahren von einem Traktor, werden mit der Pflugschar die Kartoffelstöcke aus dem Boden gepflügt. Die Eisenräder, dienen nicht nur der Vorwärtsbewegung des Roders, sie treiben auch den Drehmechanismus an, mit denen die fünf Gabeln die ausgepflügten Kartoffeln auf die rechte Seite werfen. Für die Leute war das vor hundert Jahren die reinste Hexerei, was die Grumbeerhex da leistete: kein Aushacken der Kartoffeln, nur noch aufsammeln!

    Traktortreffen ’25: es geht los

    Traktortreffen 2025 - unser Plakat

    Hier sind ein paar Bilder von den Vorbereitungen zum Traktortreffen 25. Einige Besucher campen schon rund um die Heuchelheimer Festhalle, währen die Helfer der Altertrümmer die Lagerhalle leeren und nach und nach die schönsten Ausstellungsstücke herausziehen.

    Juli 2025: Rarität des Monats

    ®Die Kleegeiige

    Die Kleegeige

    Die Kleegeige ist ein Gerät zum gleichmäßigen Ausbringen von kleinkörnigem Saatgut auf dem Feld, also z. B. von Rüben-, Gras-, Senf-, oder Kleesamen. Vorne am Gerät ist ein mit einer Schnur bespannter Querstab angebracht, der einem Geigenbogen ähnelt. Durch eine Hin- und Her-Bewegung wird über die Schnur ein sternförmiges, in fünf Fächer unterteiltes Blech bewegt, das das Saatgut aus dem hölzernen Behälter auswirft.

    ®Altertrümmer/Rainer T empel
    Die Einstellung für die Saatbreite

    Die Streubreite beträgt bis zu 6 Meter und kann über einen Schieber entsprechend der Samenart verändert werden. Angegeben sind auf dem Schildchen Rüben und Klee.

    Die Kleegeige (engl. seed fiddle) wurde Mitte des 19. Jahrhundert in den USA entwickelt und kam von dort nach Westeuropa. In Deutschland wurde die erste Kleegeige bei der „Ausstellung deutscher Industrie- und Gewerbserzeugnisse“ in München 1854 präsentiert.

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    Die Raritäten der letzten Monate

    • Januar 2026: Rarität des Monats
      Klarstellung: die Butter kommt nicht aus dem Supermarkt. Sie kommt aus der Kuh und muss mit ziemlichem Aufwand aus frischer Milch hergestellt werden. Aber wer tut das heute noch? Früher musste man. Deshalb gab es die Entrahmerschüssel.
    • Dezember 2025: Rarität des Monats
      Das war schon eine Arbeitserleichterung: eine Maschine, die Sensen überflüssig machte und dann auch noch schöne Garben zusammenband. Erfunden natürlich zuerst für die Farmer der USA. Unsere Rarität im Dezember 2025
    • November 2025: Rarität des Monats
      Unsere Rarität des Monats November war bis weit ins 20. Jahrhundert noch ein normaler Anblick, nicht nur in der Pfalz. Er war Arbeitsutensil der Küfer, die nicht nur die Fässer für die Weingüter bauten, sondern kleineren Winzern auch Dienstleistungen anboten.
    • Oktober 2025: Rarität des Monats
      Ziemlich beeinduckende Zähne hat unsere Rarität des Monats Oktober. Es handelt sich um einen Import aus Großbritannien – hierzulande war die Dragsaw kaum bekannt.
    • September 2025: Rarität der Monats
      Zugegeben: die Grumbeerhex hat auch einen hochdeutschen Namen – aber ehrlich: der pfälzische ist doch viel schöner! Das ist unsere Rarität des Monats Septemebr