Sense, Wetzstein und Kumb (hochdeutsch auch „Kumbf“ genannt) sind die zusammen notwendigen traditionellen Werkzeuge für das Mähen von Gras, früher auch von Getreide.
Das Sensenblatt muss beim Mähen regelmäßig nachgeschärft werden, was man mit dem Wetzstein macht. Dieser längliche, ovale Stein besteht oft aus Siliciumcarbid und wird am besten nass verwendet, weswegen er bei der Arbeit im Kumb mitgeführt wird, in dem er in etwas Wasser ruht. Der Kumb oder Wetzsteinbecher besteht aus Holz, Blech oder einem Kuhhorn und wird am Gürtel getragen.
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Viele Besitzer von Wiesen- und Obstgrundstücken kehren wieder dazu zurück, das Gras traditionell mit der Sense zu mähen. Das ist schonender für Pflanzen und Tiere. Allerdings ist es auch richtig Arbeit und das Werkzeug muss funktionieren. Wie man die Sense schärft, seht Ihr hier im Video – und „unser“ Kumpf ist im Einsatz.
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Ein Eisschrank ist ein Vorläufer des Kühlschranks. Er verbraucht keinen Strom, denn die Kühlung erfolgt durch Eis. Im Grunde ist er ein einfacher Schrank mit zwei Fächern. In das obere wurden Eisstücke oder Stangeneis eingelegt, in dem zweiten darunter wurden die Lebensmittel aufbewahrt. Trotz guter Isolierung taute das Eis im Eisfach langsam ab. Das Schmelzwasser floss über eine Röhre in eine Wanne am Boden des Schrankes, aus der es mit einem Hahn abgelassen werden konnte.
Unser „Eisfink“ stammt aus den 1930er Jahren, einer Zeit als das Stangeneis vom sogenannten Eismann geliefert wurde, der große Mengen Eis in einem Kühlhaus oder Eiskeller aufbewahrte. Das Eis vom Winter wurde dort für den Sommer eingelagert und dann an die Haushalte und Geschäfte verteilt. Noch bis vor 50 Jahren wurde Stangeneis in Restaurants zur Getränkekühlung benutzt.
Heute gibt es keine Eiskeller mehr, und unter Eismann versteht man jetzt den Speiseeisverkäufer. /rt
Der Eismann war noch bis in die 50er Jahre so normal, dass kaum jemand auf die Idee kam, diesen auf Bildern oder im Film festzuhalten. Hier ein Fund aus dem Bundesarchiv: Auch in der Großstadt (West-)Berlin gab es nach dem Krieg noch Eismänner. Dort gibt es übrigens auch noch einen Ortsteil namens „Eiskeller“. Bei uns auf den Dörfern sind die Eiskeller mittlerweile aus dem Ortsbild verschwunden.
Zentralbild Zimontkowski 6.7.1957 Berlin bei 30° im Schatten Sehnsüchtig wird in diesen Tagen in vielen Haushalten und Geschäften der „Eismann“ erwartet. Aber auch unsere Kleinen empfangen ihn mit Freuden – ob wohl ein Tropfen abfällt?
Unser Stromwagen stammt wahrscheinlich aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Damals konnten sich die meisten Bauern keine eigene Dreschmaschine leisten und das Dreschen mit Dreschflegeln war noch die Regel. Es gab aber auch Lohnunternehmer, die mit einer Dreschmaschine zu den Bauern kamen. Diese Maschine wiederum brauchte einen Antrieb. Das konnte eine Dampfmaschine sein oder ein Elektromotor. Ein Stromwagen hat in seinem Innern einen Elektromotor und seitlich eine Riemenscheibe für einen Flachriemen. Da längst nicht alle Dörfer damals mit Strom versorgt waren, konnte man mit dem Stromwagen und der Dreschmaschine auch einfach in der Nähe einer 380-Volt-Freileitung dreschen. Dazu führte der Stromwagen zwei lange Holzstangen mit Haken mit sich, mittels derer die Anschlusskabel des Elektromotors direkt an die Freileitung angeschlossen wurden. Im Wagen befand sich ein Zähler, so dass der Verbrauch korrekt abgerechnet werden konnte. Klingt abenteuerlich, und wir haben auch bis jetzt nicht geplant, dieses Anschlussverfahren auszuprobieren.
Will man Butter selbst herstellen, braucht man Rahm. Früher holte man Frischmilch beim Bauern, wenn man nicht selbst eine Kuh hatte. Das war natürliche Vollmilch, also mit dem vollen Rahmanteil. Der schwankt je nach Haltung, Rasse und Witterung und liegt zwischen 3,8 und 4,5 %. Kauft man Vollmilch im Handel, ist der natürliche Fettgehalt meist so eingestellt, dass er mindestens 3,5 % beträgt, denn die Milch wird erst entrahmt und durch die Zugabe von entzogenem Rahm auf 3,5 % eingestellt. Bei nicht-homogenisierter Milch kann sich der Rahm als Schicht oben absetzen, während bei homogenisierter Milch der Rahmanteil gleichmäßiger verteilt ist und auch so bleibt.
Milch entrahmt am einfachsten mit einer Zentrifuge. Wer aber diese relativ teure Maschine nicht besitzt, hat relativ einfache Möglichkeiten, von denen der Gebrauch einer Entrahmerschüssel vielleicht die einfachste ist:
Natürliche, unbehandelte Vollmilch in die Entrahmerschüssel füllen,
Über Nacht (im Kühlschrank) stehen lassen.
Der Rahm setzt sich als Schicht oben ab.
Am nächsten Tag, den Verschluss vom Auslauf der Entrahmungsschüssel nehmen und die entrahmte Milch ablassen.
Den Rahm zu weiteren Verwendung aus der Schüssel nehmen.
Entrahmungsschüsseln kann man scheinbar nicht mehr kaufen – es gibt sie nicht mehr. -rt
Unten der Milchablauf. Der Rahm blieb in der Schüssel
Hier konnte die Milch ablaufen
Buttermachen war eine ziemliche Arbeit. Außerdem brauchte man, um genug Rahm zu haben, Unmengen von Milch. Deshalb war Butter immer teuer und früher konnten sich nicht alle Butter aufs Brot schmieren. Das schwäbische Bauernhofmuseum in Illerbeuren hat ein Video ins Netz gestellt, auf dem die Arbeit zu sehen ist. Der Rahm ist dort allerdings schon von der Butter getrennt.
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Der Bayerische Rundfunk hat zu dem Thema auch ein längeres Video in der Mediathek:
Klarstellung: die Butter kommt nicht aus dem Supermarkt. Sie kommt aus der Kuh und muss mit ziemlichem Aufwand aus frischer Milch hergestellt werden. Aber wer tut das heute noch? Früher musste man. Deshalb gab es die Entrahmerschüssel.
Strom auf dem Acker – das war Anfang des 20. Jahrhunderts schon möglich. Allerdings nur durch „Anzapfen“ der Freialndleitungen, die durchs Land führten. Genau dafür wurde unser Stromwagen konstruiert.
Lebensmittel zu kühlen war bis in die 50er Jahre oft eine Herausforderung. Der elektrische Kühlschrank war vielfach noch eine Ausnahmeerscheinung, deshalb wurde z.B. im Kingener Dorfgemeinschaftshaus eine gemeinschaftliche Kühlkammer eingerichtet. Viele Haushalte hatten unserer Rarität im Haus, die auch ohne Strom auskam.
Unser Bindemäher stammt aus den Jahr 1942. Bindemäher oder Mähbinder sind zwei Bezeichnungen für die gleiche Maschine, die Getreide mäht und es gleichzeitig in Garben bindet. Um sie zu ziehen, brauchte man früher zwei Pferde oder Ochsen oder einen Traktor. Der Bindemäher wurde zwar schon 1872 in den USA erfunden, war aber bei uns vor allem erst nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre verbreitet. Heute hat man Mähdrescher, die, wie der Name es sagt, das Getreide mähen und gleichzeitig dreschen. Vor der Erfindung der Mähdrescher wurde mit Dreschflegeln gedroschen, die dann von Dreschmaschinen abgelöst wurden. Für Dreschflegel wie für Dreschmaschinen, brauchte man das Getreide in Bündeln, in Garben.
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Unsere Maschine, die wir hier im Bild zeigen, wurde von der Fa. Fella in Feucht bei Nürnberg hergestellt. Dieser Hersteller wurde 2022 an den AGCO-Konzern verkauft und produziert heute nur noch unter den Marken Fendt und Massys-Ferguson . Auch andere Firmen wie z.B. Lanz in Mannheim stellten solche Geräte her. Das Video unten zeigt exemplarisch den Einsatz eines Lanz-Bindemähers im Schwäbischen.
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Der Mausbohrer ist ein Erdbohrer und sieht aus, als ob man das Blatt eines alten Spatens rundgebogen hätte. In der Südpfalz wer er tatsächlich noch lang im Einsatz – mehr hier
Zugegeben: die Grumbeerhex hat auch einen hochdeutschen Namen – aber ehrlich: der pfälzische ist doch viel schöner! Das ist unsere Rarität des Monats Septemebr
Ziemlich beeinduckende Zähne hat unsere Rarität des Monats Oktober. Es handelt sich um einen Import aus Großbritannien – hierzulande war die Dragsaw kaum bekannt.
Unsere Rarität des Monats November war bis weit ins 20. Jahrhundert noch ein normaler Anblick, nicht nur in der Pfalz. Er war Arbeitsutensil der Küfer, die nicht nur die Fässer für die Weingüter bauten, sondern kleineren Winzern auch Dienstleistungen anboten.
Das war schon eine Arbeitserleichterung: eine Maschine, die Sensen überflüssig machte und dann auch noch schöne Garben zusammenband. Erfunden natürlich zuerst für die Farmer der USA. Unsere Rarität im Dezember 2025
Den Küferwagen bekamen die Altertrümmer vom Weingut Meyer aus Heuchelheim geschenkt. Der Wagen stammt ursprünglich aus Baden.
Die Küfer stellten dort nicht nur Holzfässer und Zuber her, sondern bauten auch für die Winzer den Wein aus. Mit einem solchen von Hand gezogenen Wagen kamen die Küfer mit ihren Schläuchen, Pumpen und Weinhähnen zu den Winzerbetrieben, die selbst außer Traubenmühle und Kelter keine Gerätschaften hatten, und bauten dort den Wein aus.
Mit der Gründung von Genossenschaften ging in Baden diese Ära zu Ende.
In der Pfalz unterschied man schon lange zwischen Fassküfern und Weinküfern. Fassküfer gibt es heute allgemein nur noch sehr wenige, wenn auch durch das Aufkommen der Barriquefässer der Beruf wieder etwas Aufschwung nehmen konnte. Statt der Berufsbezeichnung „Weinküfer“ wird heute meist „Weintechnologe“ verwendet.
Eine Zugsäge (engl. Dragsaw) ist eine große Säbelsäge, die mit einem langen Sägeblatt dicke Baumstämme ablängt, also auf die gewünschte Länge bringt. In England, den USA und Kanada war dieser Sägentyp gebräuchlich, in Deutschland dagegen eher unbekannt. Unsere Säge ist ein englisches Fabrikat des Herstellers Tele aus London und stammt aus dem Jahr 1926. Tele’s Dragsaws wurden bis Anfang der 1950er Jahre nahezu unverändert gebaut. Angetrieben wird die Säge von einem 1-Zylinder-Benzinmotor mit Magnetzündung; sie muss also angekurbelt werden. Damit die Maschine nicht durch die Sägebewegungen nach hinten wegruckelt, werden die Räder quer gestellt.
Der zu sägende Stamm muss fest, ohne zu wackeln, auf dem Boden liegen. Die Säge wird mit zwei starken eisernen Spießen und einer Kette mit Haken auf dem Stamm befestigt, bevor das Sägeblatt bei laufendem Motor auf den Stamm abgelassen wird.
Ist der Baumstamm gekürzt und soll ein weiteres Stück abgesägt werden, müssen die Spieße und die Kette gelöst und die Säge auf den querstehenden Rädern ein entsprechendes Stück weiterbewegt werden
Der Mausbohrer ist ein Erdbohrer und sieht aus, als ob man das Blatt eines alten Spatens rundgebogen hätte. In der Südpfalz wer er tatsächlich noch lang im Einsatz – mehr hier
Zugegeben: die Grumbeerhex hat auch einen hochdeutschen Namen – aber ehrlich: der pfälzische ist doch viel schöner! Das ist unsere Rarität des Monats Septemebr
Ziemlich beeinduckende Zähne hat unsere Rarität des Monats Oktober. Es handelt sich um einen Import aus Großbritannien – hierzulande war die Dragsaw kaum bekannt.
Unsere Rarität des Monats November war bis weit ins 20. Jahrhundert noch ein normaler Anblick, nicht nur in der Pfalz. Er war Arbeitsutensil der Küfer, die nicht nur die Fässer für die Weingüter bauten, sondern kleineren Winzern auch Dienstleistungen anboten.
Das war schon eine Arbeitserleichterung: eine Maschine, die Sensen überflüssig machte und dann auch noch schöne Garben zusammenband. Erfunden natürlich zuerst für die Farmer der USA. Unsere Rarität im Dezember 2025
Fabrikat Luthringia, gebaut in Kaiserslautern in den 1920er Jahren
Viele Leute halten diese Maschine wegen der beweglichen Gabeln für einen Heuwender, aber es ist eine „Grumbeerhex“, wie das Ding auf Pfälzisch heißt.
Ursprünglich von einem Pferd oder einem anderen Zugtier gezogen, in späteren Jahren von einem Traktor, werden mit der Pflugschar die Kartoffelstöcke aus dem Boden gepflügt. Die Eisenräder, dienen nicht nur der Vorwärtsbewegung des Roders, sie treiben auch den Drehmechanismus an, mit denen die fünf Gabeln die ausgepflügten Kartoffeln auf die rechte Seite werfen. Für die Leute war das vor hundert Jahren die reinste Hexerei, was die Grumbeerhex da leistete: kein Aushacken der Kartoffeln, nur noch aufsammeln!
Hier sind ein paar Bilder von den Vorbereitungen zum Traktortreffen 25. Einige Besucher campen schon rund um die Heuchelheimer Festhalle, währen die Helfer der Altertrümmer die Lagerhalle leeren und nach und nach die schönsten Ausstellungsstücke herausziehen.
Die Bandsäge unterwegs
Detail
Detail
Das ist der Stromerzeuger, Baujahr ca. 1910
Lister-Motor im Stromerzeuger
Unsere Bandsäge auf einem Wanderer-Chassis
Der Kommandostand ist verwaist...
Das werden heute noch drei Zelte
Die ersten Besucher campen schon rund um die Festhalle
Die Kleegeige ist ein Gerät zum gleichmäßigen Ausbringen von kleinkörnigem Saatgut auf dem Feld, also z. B. von Rüben-, Gras-, Senf-, oder Kleesamen. Vorne am Gerät ist ein mit einer Schnur bespannter Querstab angebracht, der einem Geigenbogen ähnelt. Durch eine Hin- und Her-Bewegung wird über die Schnur ein sternförmiges, in fünf Fächer unterteiltes Blech bewegt, das das Saatgut aus dem hölzernen Behälter auswirft.
Die Einstellung für die Saatbreite
Die Streubreite beträgt bis zu 6 Meter und kann über einen Schieber entsprechend der Samenart verändert werden. Angegeben sind auf dem Schildchen Rüben und Klee.
Die Kleegeige (engl. seed fiddle) wurde Mitte des 19. Jahrhundert in den USA entwickelt und kam von dort nach Westeuropa. In Deutschland wurde die erste Kleegeige bei der „Ausstellung deutscher Industrie- und Gewerbserzeugnisse“ in München 1854 präsentiert.
Lebensmittel zu kühlen war bis in die 50er Jahre oft eine Herausforderung. Der elektrische Kühlschrank war vielfach noch eine Ausnahmeerscheinung, deshalb wurde z.B. im Kingener Dorfgemeinschaftshaus eine gemeinschaftliche Kühlkammer eingerichtet. Viele Haushalte hatten unserer Rarität im Haus, die auch ohne Strom auskam.
Strom auf dem Acker – das war Anfang des 20. Jahrhunderts schon möglich. Allerdings nur durch „Anzapfen“ der Freialndleitungen, die durchs Land führten. Genau dafür wurde unser Stromwagen konstruiert.
Klarstellung: die Butter kommt nicht aus dem Supermarkt. Sie kommt aus der Kuh und muss mit ziemlichem Aufwand aus frischer Milch hergestellt werden. Aber wer tut das heute noch? Früher musste man. Deshalb gab es die Entrahmerschüssel.
Das war schon eine Arbeitserleichterung: eine Maschine, die Sensen überflüssig machte und dann auch noch schöne Garben zusammenband. Erfunden natürlich zuerst für die Farmer der USA. Unsere Rarität im Dezember 2025