Unser Stromwagen
Unser Stromwagen stammt wahrscheinlich aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Damals konnten sich die meisten Bauern keine eigene Dreschmaschine leisten und das Dreschen mit Dreschflegeln war noch die Regel. Es gab aber auch Lohnunternehmer, die mit einer Dreschmaschine zu den Bauern kamen. Diese Maschine wiederum brauchte einen Antrieb. Das konnte eine Dampfmaschine sein oder ein Elektromotor. Ein Stromwagen hat in seinem Innern einen Elektromotor und seitlich eine Riemenscheibe für einen Flachriemen. Da längst nicht alle Dörfer damals mit Strom versorgt waren, konnte man mit dem Stromwagen und der Dreschmaschine auch einfach in der Nähe einer 380-Volt-Freileitung dreschen. Dazu führte der Stromwagen zwei lange Holzstangen mit Haken mit sich, mittels derer die Anschlusskabel des Elektromotors direkt an die Freileitung angeschlossen wurden. Im Wagen befand sich ein Zähler, so dass der Verbrauch korrekt abgerechnet werden konnte. Klingt abenteuerlich, und wir haben auch bis jetzt nicht geplant, dieses Anschlussverfahren auszuprobieren.
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